3. November 2026
Emily
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Warum ich im Tourismus geblieben bin - Emily verstärkt Tourismus Turn
Hi, ich bin Emily und unterstütze seit Oktober als Werkstudentin bei Tourismus Turn!
Meinen Einstieg in die Tourismusbranche fand ich über meine Ausbildung als Kauffrau für Tourismus und Freizeit auf einem Campingplatz. Was zunächst eher eine zufällige Entscheidung war, entwickelte sich schnell zu einer Begeisterung für die Vielseitigkeit der Tourismusbranche und ihre zahlreichen Möglichkeiten. Heute studiere ich im Master Transformation und nachhaltige Regionalentwicklung im Kontext von Tourismus und beschäftige mich besonders gerne mit den Zukunftsfragen der Branche. Und natürlich, wie könnte es auch anders sein, reise ich privat sehr gerne und entdecke neue Orte der Welt.
Warum fehlt es der Branche an Nachwuchs?
Für mich ist die Tourismusbranche eindeutig meine berufliche Zukunft, aber: viele junge Menschen sehen das leider ganz anders. Unregelmäßige Arbeitszeiten, Saisonabhängigkeit, geringere Löhne als andere Branchen und ein teilweise wenig attraktives Image; die Tourismusbranche hat bei jungen Menschen oft nicht den besten Ruf. Dabei bietet sie doch eigentlich vielfältige Möglichkeiten und Perspektiven. Wie gelingt es also, junge Menschen nicht nur für den Tourismus zu begeistern, sondern sie auch langfristig für die Branche zu gewinnen? Ich kann in drei Sätzen nicht beantworten, womit die Branche seit Jahren ringt. Aber ich kann meine persönliche Erfahrung teilen, denn für mich ist klar: schon der Verlauf der Ausbildung bestimmt oft, ob junge Menschen danach langfristig in der Branche bleiben oder nicht.
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Es geht um mehr als nur das Geld
Eindeutig ist für mich: nicht nur das Gehalt und die Arbeitszeiten spielen eine Rolle. Ich habe während meiner Ausbildung mit Mitschüler*innen in der Berufsschulklasse gesessen, die dank Tarifverträge teils deutlich mehr verdient haben und klassische Bürozeiten genießen durften; die aber heute nicht mehr in der Branche arbeiten. Genannte Gründe, welche immer wieder aufgekommen sind: fehlende Wertschätzung, das Abarbeiten von typischen “Azubi-Aufgaben” ohne Eigenverantwortung, schwierige Fehlerkultur und fehlende Perspektiven zur Weiterentwicklung.
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Wertschätzung und Vertrauen kosten nichts
Was mein damaliger kleiner Campingplatz für meine Ausbildung nicht ändern konnte - geringere Löhne, saisonabhängiges Schichtsystem, Arbeiten am Wochenende und an Feiertagen - versuchte meine Ausbilderin an anderer Stelle auszugleichen: von Anfang an wurden mir eigene Projekte übergeben und meine persönlichen Interessen sind während der Ausbildung berücksichtigt worden. Eine offene und ehrliche Kommunikation ohne Machtgefälle wurde gepflegt und der Raum zum Fehlermachen bewusst gegeben. Ja, auch ich habe hin und wieder typische “Azubi-Aufgaben” erledigt. Aber ich habe auch Eigenverantwortung übernehmen müssen und dürfen und dadurch in zwei Jahren sehr viel lernen können. Ich wurde als vollständiges Teammitglied von allen im Ausbildungsbetrieb gesehen und behandelt, und weiß, dass dies bei vielen meiner Mitschüler*innen nicht der Fall war. Auch durfte ich meine Ausbilderin zum Norddeutschen Campingtag begleiten, meine erste Messeerfahrung.
Es sind diese vielen Kleinigkeiten der Wertschätzung und des Vertrauens gewesen, die dazu beigetragen haben, dass ich der Branche treu geblieben bin und über andere, weniger erfreuliche Aspekte des Berufsbilds hinwegsehen konnte. Das regelmäßige Feedback meiner Ausbilderin und das gemeinsame Herausarbeiten meiner Stärken und Fähigkeiten hat mir berufliche Zukunftsperspektiven in der Branche eröffnet.
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Die Nachwuchsfrage bleibt komplex
Für mich steht fest: Themen wie Gehälter und flexible Arbeitszeitmodelle sind natürlich wichtig. Sie dürfen aber nicht grundlegend als “Make or Break” der beruflichen Wahl von jungen Menschen verstanden werden. Dabei läuft die Branche Gefahr, die Nachwuchsfrage zu sehr zu vereinfachen. Am Ende des Tages geht es, wie in so vielen Belangen, oft mehr um das Menschliche.
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