18. Juni 2026
Lynn
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Am 17. Juni 2026 haben wir einen Abend erleben dürfen, der uns mit Sicherheit noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Die dritte Ausgabe unserer Netzwerkreihe aperiTTivo by Tourismus Turn hat rund 60 Akteur*innen aus Touristik und Hospitality ins Stacks Coffee nach Frankfurt am Main gelockt. Unter dem Motto „Unterschiedlich. Und genau richtig. Wie sichtbare Vielfalt die Touristik stärker, mutiger und zukunftsfähig macht“ haben wir uns mit Diversität einem Thema gewidmet, das definitiv unter die Haut ging.
Es wird wohl nie ganz möglich sein, einen 100 % Safe Space zu kreieren, aber an diesem Abend waren wir schon sehr nah dran. Es wurde gelacht, intensiv diskutiert, es war emotional und ja, an der einen oder anderen Stelle flossen sogar Tränen. Bei bestem Sommerwetter und kühlen Getränken im Außenbereich haben wir genau das getan, was unsere Branche so dringend braucht: Stimmen den Raum geben, die sonst viel zu selten gehört werden. Denn Diversität hat unendlich viele unterschiedliche Ebenen und Facetten und diese wollen und müssen sichtbar gemacht werden.
Verantwortung als Haltungsfrage: Vom Verband bis ins Unternehmen
Wer trägt eigentlich die Verantwortung für Vielfalt in der Touristik und wie wird man ihr gerecht? Diese Frage zog sich durch alle Gespräche des Abends, die das Thema auf unterschiedlichen Ebenen beleuchteten.
Sven Liebert (Generalsekretär des BTW) hat sich im Gespräch mit Maren Merken der Frage gestellt: Wie politisch darf ich als Stimme der Touristik sein? Ehrlich und offen hat er seine Erfahrungen mit uns geteilt und unmissverständlich klar gemacht, wie viel Haltung eine Branchenorganisation zeigen muss, wenn es um gesellschaftliche Themen wie Diversität geht. Sein wichtigstes Credo des Abends: “Wir haben in der heutigen Zeit schlichtweg nicht mehr den Luxus, uns Passivität zu erlauben!”
Auf Unternehmensebene hat Peter Fröhlich von Center Parcs direkt daran angeknüpft. Unter dem Titel „Nicht selbst betroffen – trotzdem verantwortlich? Diversität aus Unternehmenssicht“ hat er klargemacht, dass man in einem internationalen Team wie bei Center Parcs gar keine andere Wahl hat, als zuzuhören und aufeinander einzugehen. Genau dieses Miteinander ist am Ende der entscheidende Wettbewerbsvorteil. Sein persönliches Fazit und gleichzeitig Appell an alle: Haltung zeigen fängt oft schon bei den kleinsten Dingen an, wie zum Beispiel bei aufmerksamem Zuhören.
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Realität Vielfalt: Drei Generationen, drei Perspektiven
Wie sich diese Haltung im Alltag konkret zeigt, wurde in unserer anschließenden Gesprächsrunde „Realität Vielfalt: Zwischen Anspruch, Alltag und echten Chancen“ noch greifbarer. Hier kamen drei Generationen und drei völlig unterschiedliche Blickwinkel zusammen: Tanja Bauer-Glück (Vizepräsidentin des asr und Chefredakteurin von Diversity in Recht & Wirtschaft) hat als queere Frau und Person of Colour ihre langjährige Erfahrung in der Touristik und persönliche Erfahrung gleichermaßen eingebracht. Agnesa Kolica (Gründerin von Grow Together Germany) hat die Runde um die Perspektive gelebter Inklusion aus der Praxis ergänzt und wertvolle Impulse von außerhalb unserer Branchenblase eingebracht und Nandni Bhuller (Duale Studentin an der IU Internationalen Hochschule in Kooperation mit den Adina Apartment Hotels) hat mit dem kritischen Blick der nächsten Generation für eine weitere, unverzichtbare Facette gesorgt.
Das Panel hat schmerzhaft, aber ehrlich deutlich gemacht, dass unsere Branche (und unsere gesamte Gesellschaft!) noch verdammt viel zu tun hat. Wir leben in einer Welt, in der verschiedene Lebensrealitäten nebeneinander existieren. Diesen müssen wir endlich mit offenen Ohren und klarem Blick begegnen und Diversität nicht als Marketingzweck, sondern absolute Notwendigkeit sehen.
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Ein Abend, der bewegt und verbindet
Thematisch haben sich Akzeptanz, Toleranz und die absolute Bereitschaft zum Perspektivwechsel durch den ganzen Abend gezogen. Nicht nur in den Gesprächsrunden, sondern auch beim Netzwerken.
Für den Deep Dive an den Tischen hat die Aktivierung sponsored by ERGO Reiseversicherung gesorgt. Dort lagen Bierdeckel mit kritischen Fragen und Impulsen aus, die die Gäst*innen sofort in intensive, ehrliche Gespräche abseits des Smalltalks gebracht haben. Auch wenn die Fragen vielleicht zu einer unbequemen Reflexion des eigenen Handelns führen, braucht es doch genau das, um Barrieren abzubauen.
Auch unsere Partner*innen wie z.B. Worldia haben diesen Raum für echten Austausch tatkräftig unterstützt. Wie wichtig dieser Abend auch von Sponsor*innenseite war, bringt Ronja Hufgard von vtours auf den Punkt:
„aperiTTivo ist mehr als nur ein Networking-Event, weil es nicht darum geht ein Rollup hochzuziehen und ein Produkt zu platzieren, sondern es geht ganz klar um Werte und da kann jede*r mitsprechen (...). Die Menschen, die hierher kommen haben Interesse an echten Gesprächen und das Konzept lässt Raum dafür.“
Ein solch ehrliches, und ja, auch verletzliches Format zu unterstützen erfordert Mut und echte Haltung. Wir sind uns alle einig, dass wir in der schönsten Branche der Welt arbeiten, aber wir müssen auch ehrlich genug sein, um zu sehen: Nicht alle Räume sind gleichermaßen für alle offen. Danke an unsere Sponsor*innen, dass ihr es möglich macht, genau diese Räume in der Touristik zu schaffen! Und das größte Danke geht an jede*n Einzelne*n von euch, der*die diesen Abend in Frankfurt so besonders, mutig und unvergesslich gemacht hat.
Nach Frankfurt geht die Reise von aperiTTivo übrigens direkt weiter: Am 23. September 2026 machen wir Halt in Hamburg. Sehen wir uns dort?
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Fotos: Lena Baumeister für Tourismus Turn
Mediale Begleitung: Sponsored by merkenschoenberg
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