Miniserie “Neue Arbeitsmodelle” - Jobsharing

11. März 2026

Lynn

1 Job. 1 Person. 40 Stunden. Diese Rechnung hält sich ungefähr genauso hartnäckig wie der Glaube, Excel sei ein gutes Projektmanagement-Tool. Dabei sieht die Realität längst anders aus: Menschen teilen sich Jobs, haben flexible Arbeitszeitmodelle, kombinieren mehrere Tätigkeiten und nein, das artet nicht in Chaos aus oder ist „New-Work-Gedöns“. Es ist viel mehr eine Antwort auf einen Arbeitsmarkt und Lebensrealitäten, die sich schneller verändern, als wir Stellenbeschreibung sagen können.

In dieser Miniserie werfen wir einen Blick auf Arbeitsmodelle, die nicht in klassische Schubladen passen, aber zunehmend an Bedeutung gewinnen. Den Anfang macht ein Modell, das Verantwortung teilt und Wissen bündelt: Jobsharing. Im zweiten Teil geht es dann weiter mit Multijobbing und wie Arbeitgeber*innen sich aufstellen können, damit neue Arbeitsmodelle kein reines Buzzword bleiben.

Der Denkfehler im Kopf

Der Arbeitsmarkt folgt oft der klassischen 9 to 5 Logik.Dabei lässt dieses Modell völlig aus der Acht, dass Menschen nicht nur unterschiedliche Lebensrealitäten haben, sondern sich die Arbeitswelt und unsere Gesellschaft im Wandel befinden. Arbeitnehmer*innen sind facettenreichen, suchen nach Sinnhaftigkeit und haben erkannt, dass Arbeit Spaß machen darf. Darüber hinaus gibt es Situationen (Stichwort Care-Arbeit), die sich mit einem starren Job nicht vereinbaren lassen. Jobsharing kann dabei die Antwort sein, um dem Fachkräftemangel zu begegnen, Arbeitnehmer*innen die Flexibilität zu bieten, die sie suchen und seien wir ehrlich, möglicherweise auch einem Boreout vorzubeugen.

Warum neue Arbeitsmodelle gerade jetzt relevant sind

Unsere Arbeitswelt ist im Wandel und das nicht erst, seitdem sich das Wort “New Work” zunehmend durchsetzt. Der Fachkräftemangel ist nicht nur in der Tourismusbranche relevant und Lebensrealitäten passen nicht mehr zu der Vollzeitnorm, welche die Generationen vor uns geprägt haben. 

Arbeitnehmer*innen haben einen Wunsch nach Sinn, Flexibilität und Entwicklung an ihre Arbeit und betrachten sich oftmals nicht losgelöst von ihrem Job. Dass er dann Erfüllung, Chancen zum Wachstum und Freude bringen soll, ist da nur selbstverständlich.

Zwei Frauen arbeiten gemeinsam an einem Tisch mit Laptop und Kamera in einem hellen Raum mit Pflanzen

Jobsharing: 1 Job, 2 Personen
Geteilte Verantwortung, doppeltes Know How

Unter Jobsharing versteht man ein Arbeitsmodell, bei dem zwei Personen gemeinsam eine Stelle besetzen. Dabei teilen sie sich die Position mit klar definierten Aufgaben und Zuständigkeiten und tragen gemeinsam die Verantwortung für die erzielten Ergebnisse.

Oft ruft dieses Konzept Vorurteile hervor, etwa nach der Frage der Zuständigkeiten oder dass es insgesamt zu kompliziert sei. Sind jedoch die Erreichbarkeiten, Aufgaben, Zuständigkeiten und Kompetenzen im Rahmen des Möglichen klar definiert, bietet Jobsharing nur Vorteile.

Meine ganz persönlichen? Here you go: Für mich ist das Jobsharing eine große mentale Entlastung. Während sich die Verantwortung auf zwei Schultern verteilt, können meine Kollegin und ich uns gleichzeitig die Aufgaben so aufteilen, dass sie nicht nur zu unseren Fähigkeiten passen, sondern auch noch idealerweise schauen, was wem mehr Spaß macht.

Bei diesem Arbeitsmodell wird ein gemeinsames Ziel verfolgt und doch bringt jede Person ihre individuellen Erfahrungen mit. Somit ist Jobsharing kein Nebeneinander zweier Teilzeitkräfte, sondern ein koordiniertes Arbeitsmodell mit geteilter Verantwortung und gemeinsamer Zielverfolgung.

Darüber hinaus bietet Jobsharing den Vorteil, sollte eine Person durch Krankheit ausfallen oder verlässt gar das Unternehmen, dass im Idealfall die andere Person einen ähnlichen Wissensstand hat und dieses spezifische Wissen dem Unternehmen nicht verloren geht.  Außerdem können Aufgaben weiterhin bearbeitet oder zumindest delegiert werden. 

Jobsharing ist kein Kompromiss, sondern ein Gewinn

Jobsharing zeigt, dass gute Arbeit nicht an eine einzelne Person oder eine feste Stundenanzahl gebunden sein muss. Wenn Verantwortung geteilt, Kompetenzen bewusst gebündelt und Ziele gemeinsam verfolgt werden, entsteht ein Arbeitsmodell, das sowohl Unternehmen als auch Mitarbeitenden zugutekommt.

Für Unternehmen bedeutet Jobsharing mehr Resilienz, Wissenssicherung und Zugang zu Talenten, die in klassischen Vollzeitmodellen verloren gehen würden. Für Mitarbeitende kann es Entlastung, Sinnhaftigkeit und die Möglichkeit sein, Arbeit stärker an die eigene Lebensrealität anzupassen.

Natürlich erfordert Jobsharing klare Absprachen, Vertrauen und den Mut, gewohnte Strukturen zu hinterfragen. Doch genau darin liegt die Chance: Arbeitsmodelle zu schaffen, die nicht nur funktionieren, sondern wirklich passen.

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