Das Buch

Je greifbarer die Mobilität im Alltag durch den öffentlichen Nahverkehr, Mobilität-Sharing-Anbieter, Flugverkehr oder durch das klassische Auto wird, desto komplexer werden die Ansprüche für den persönlichen Erholungsurlaub. Erholung ist individuell und sehr persönlich und das wird beim Reisen gelebt und gefordert. Die Urlaubsreisedauer wird geringer, dafür steigt die Anzahl der jährlichen Reisen an. 1983 betrug die durchschnittliche Reisedauer 17,4 Tage, 2018 waren es nur noch 13,0 Tage. Die Nachfrage nach Erholungsreise und Entspannungsreisen stieg laut VIR (Verband Internet Reisevertrieb) in den letzten Jahren stark an. Für den einen bedeutet das Ayurveda Retreat auf Sri Lanka Entspannung, für den anderen ist Entspannung mit Yoga auf Bali gleichzusetzen. Diese Angebote müssen heute nicht mehr aufwendig selbst zusammengestellt werden, sondern können mithilfe des Reisehandels des Vertrauens pauschal oder modular gebucht werden. Der individuelle Reisewunsch ist zum Mainstream geworden. Der Reise-Vertrieb muss darauf reagieren und Lösungen anbieten.

Die Art und Weise, wie gereist wird, hat sich fundamental verändert. Mit den aufkommenden Billigfluganbietern ging es in den 90er Jahren möglichst weit weg. Die Themen Strand, ferne Länder und fremde Kulturen standen im Vordergrund. Länder wie die Dominikanische Republik und Thailand wurden nach und nach touristisch erschlossen, Hotels und Infrastruktur wurden gebaut und Touristenattraktionen erschaffen. So einfach lassen sich Tourismus-Trends von heute nicht mehr beschreiben. Den Markt der klassischen Pauschalreise gibt es nach wie vor und er ist gefragter denn je. Der Interkontinental-Tourismus nimmt zu, jedoch hat sich zu der Frage »Wohin?« ein »Wie?« gesellt. Und das »Wie?« wird immer größer. Immer individuellere Reisekonzepte sind von Nöten, um die Bedürfnisse und Wünsche der Reisenden zu befriedigen. Durch die steigende Mobilität in Alltag und Berufsleben wächst der Wunsch nach mehr Entspannung und Wohlbefinden im Urlaub.